Geburtsberichte

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Selina schrieb am 1. Januar 2017:
Am 7.5.2016 um 6 Uhr Morgens, einen Tag vor meinem ET, wachte ich nach einer sehr ruhigen Nacht auf und fühlte mich unwohl.
Meine Zähne klapperten plötzlich und ich hatte ein leichtes Ziehen im Unterleib.
Ich schlich mich aus dem Schlafzimmer wo mein drei Jahre alter Sohn schlief und besuchte die Toilette.
Es zwickte und zwackte untenrum und so verbrachte ich ein paar Minuten auf der Toilette.

Da das ziehen im Unterleib kam und ging tippte ich auf Wehen. Ich dokumentierte diese bei einer Freundin in den Nachrichten und stellte einen Regelmäßigen Abstand von knapp drei Minuten fest.
Da die Wehen aber sehr schwach waren, aß ich erst ein mal was und bereitete mich mental auf ein paar anstrengende Stunden vor.
Ich war schon zu diesem Zeitpunkt sehr erleichtert das ich meine Wohnung nicht verlassen muss.
Eine halbe Stunde später weckte ich meinen Freund und teilte ihm mit das wir wohl heute ein Baby bekommen. Ich wollte aber erst mal in die Wanne um zu gucken ob es nicht nur eine Übung ist..
Ich rief auch meine Hebamme an und sagte ihr das der Abstand bei 1 - 2minuten sei und die Wehen drückend aber nicht schmerzhaft sind.

Sie sagte ich solle mich melden wenn es intensiver wird.

Also räumte mein Mann die Badewanne leer und lies Wasser ein. Da ich aber ständig abführen musste, wollte ich noch nicht in die Wanne.

Um 7 waren die Abstände bei einer Minute und manchmal weniger. Ich musste anhalten bei den Wehen aber sie waren noch immer nicht schlimm. Ich habe in den Wehen noch lachen und reden können.
Trotzdem rief ich die Hebamme an und sagte ihr das sie bitte vorbei kommen soll. Sie machte sich auf den Weg.

Ich versuchte während einer Wehe den Muttermund zu tasten. Fühlte aber nichts, es war alles hart.
Aus heiterem Himmel kam eine Wehe die es in sich hatte, ich wippte auf den Zehenspitzen und wusste, okay.. jetzt geht es los.

Die Vögel zwitscherten und die Sonne schien durchs Fenster.
Der perfekte Tag um ein Baby zur Welt zu bringen.
Ich ging also noch mal zur Tür um meinen Mann zu holen und da war die nächste Wehe.. Presswehe.

Ich riss mir die Hose runter und ging in die Badewanne. Draussen hörte ich das Tor quietschen und die Hebamme war da.
ERLEICHTERUNG!

Wir hatten 7:50Uhr

Ich war schon voll zu Gange, ich spürte den Kopf als Hebamme und Mann zur Tür rein kamen. Gefolgt von meinem Sohn der etwas perplex in der Tür stand.
Eigentlich sollte eine Freundin aufpassen aber das ging zu schnell.
Er stellte sich also an den Rand der Wanne, ich sagte ihm was jetzt passiert und er freute sich auf seine Schwester.

Die Presswehen waren grauenhaft schmerzvoll. Nicht wie bei der ersten Geburt wo ich das Pressen genossen habe. Es tat so weh und war so gewaltig.
Ich habe sehr laut gebrüllt 😉

Um 7:57 Uhr kam unser Baby auf die Welt geschossen.
Ich war perplex weil das alles so schnell ging.

Mit Baby im Arm gingen wir hoch ins Schlafzimmer. Dort kuschelten wir uns ins Bett, ich schlotterte vor lauter aufregung und trank erst mal jede Menge Cola.
Dann Nabelten wir ab und ich brachte die Plazenta zur Welt.
Diese war riesig und dick. Kurz danach schaffte es auch die zweite Hebamme Lena zu uns. Wir beguckten die Plazenta und ich schluckte dann auch zwei Stücke runter.

Ich blieb fast unverletzt bis auf eine kleine Schürfwunde die wir nicht nähten.

Es war alles ganz wunderbar. Ich hatte am gleichen Tag noch meine Familie zu besuch die mich bekochten und verwöhnten.
Mein kleines Baby ist bis heute ein Traum.

Lara hat mich im Wochenbett betreut und ich fühlte mich immer gut aufgehoben.
Ich freue mich auf mein nächstes Baby.


Vielen Dank
Hannah schrieb am 28. September 2016:
Donnerstag, 4. August 2016, der Geburtstag meiner kleinen Tochter Zora. Am selben Morgen hatte ich noch einen Hausbesuch von Hebamme Jolyn. Neben der regulären Kontrolle wurde ein CTG geschrieben, denn seit dem errechneten Geburtstermin war bereits eine Woche verstrichen. Ich war unruhig, nervös und ungeduldig. Langsam würden wir nun versuchen, die Geburt mit natürlichen Mitteln einzuleiten – der Nelkentampon wurde als erste Maßnahme bestimmt. Zu seiner Anwendung sollte es jedoch nicht mehr kommen. Bereits wenige Stunden später machte sich meine Tochter von ganz allein auf den Weg.
Am frühen Mittag verließ ich das Haus um Tampons zu kaufen, doch zunächst gab es noch ein gemeinsames Mittagessen und einen Kaffee in der Stadt, mit meiner Schwester und ihrem Sohn. Auf den geplanten Spaziergang mit den beiden verzichtete ich jedoch. Nach einer Nacht mit wenig Schlaf wollte ich schnell die Besorgungen machen und dann nach Hause, mich ausruhen. Außerdem spürte ich vermehrt (wie bereits die Tage zuvor) Vor-, Übungs- oder was auch immer Wehen.
Zu Hause angekommen hatte ich bereits das Gefühl, dass es nun ernst werden könnte. Dieses verdichtete sich, als ich auf der Toilette die lang ersehnte Blutung bemerkte. Ich rief meine Schwester an, die bei der Geburt dabei sein sollte, sowie eine weitere Freundin. Eventuell heute, sicher sei ich nicht…aber die Wehen kamen in kürzeren Abständen und waren ziemlich schmerzhaft. Vor allem konnte ich am Anfang die Wehenpausen gar nicht recht wahrnehmen. Durch das Zimmer gehen, atmen…sitzen und liegen war sehr schnell unangenehm. Musik half nicht. Als meine Schwester kam, fragte ich sie sofort: „Was ist nochmal der Grund dafür, dass wir so gebären? Ohne Schmerzmittel und alles?“ Es tat richtig weh, aber noch schlimmer war die Vorstellung, dass das erst der Anfang sein sollte. Das machte mir Angst. Im Nachhinein allerdings war dieser Anfang für mich die unangenehmste Phase der Geburt. Auch wenn die Wehen noch intensiver werden würden, habe ich sie als weniger schmerzhaft empfunden – sie erschienen mir zielführender, als Teil des Prozesses des Gebärens.
Alles wurde bereits besser, als ich die Dusche für mich entdeckte. Dort landete ich eher zufällig: Das Sitzen auf der Toilette war kaum auszuhalten, sodass ich es in der Dusche versuchte. Das warme Wasser war für mich so angenehm, dass ich einen Großteil der Eröffnungsphase in der Dusche verbrachte. Es war gut für mich, mit mir und den Wehen allein zu sein. Zwischendurch verließ ich allerdings die Dusche einige Male, bat meine Schwester, zusammen mit mir zu atmen – „Wie muss ich tönen?“ Das hatte ich vergessen, immer wieder. Außerhalb der Dusche probierte ich auch verschiedene Stellungen auf dem Bett aus. Eigentlich dachte ich, der Vierfüßlerstand sei „meine“ Gebärposition – dann empfand ich ihn aber als überraschend schmerzhaft, ich konnte so nicht in den Bauch atmen. Es zog mich immer wieder in die Dusche.
Irgendwann – nach einigen Stunden – schlug meine Schwester vor, die Hebamme zu rufen. Ich willigte ein. Meine Schwester griff also zum Telefon und sprach zunächst wildfremden Menschen auf den Anrufbeantworter, da ich einen Zahlendreher in die Nummer des Geburtentelefons eingebaut hatte. Dann erreichte sie aber Jolyn unter der richtigen Nummer, die zusagte, in etwa 45 Minuten da zu sein. Ich verbrachte diese Zeit in der Dusche und im Zimmer, wobei ich immer stärker einen Pressdrang zu verspüren begann, und Stuhlgang ausschied.
Gegen 19.30 h war Jolyn dann da – sie fand mich unter der Dusche, atmen, in die Wehe einfinden. Bald wanderte ich in das Zimmer, in dem ich schließlich gebären würde. Ich bat um einen Einlauf. Sie würde mich untersuchen, aber für einen Einlauf sei es wahrscheinlich schon zu spät, war Jolyns Antwort. Diese Einschätzung traf zu: Der Muttermund war bereits vollständig geöffnet, das Baby befand sich in der Mitte des Beckens. „Wenn wir jetzt einen Einlauf machen, wirst Du das Baby auf der Toilette bekommen“. Also kein Einlauf – dafür die Gewissheit: Wir sind schon mehr als mittendrin! Was dann kam, waren Presswehen. Ich hockte vor dem Bett und presste mit einer Kraft, von der ich nicht weiß, woher sie kam. Ich machte Geräusche, von denen ich ebenfalls nicht weiß, woher sie kamen: Kein Schreien, ein Brüllen. Animalisch – oder „wie ein Rugby-Spieler vor dem Angriff“, wie meine Schwester kommentierte. Ich war von diesem Lauten selbst derart überrascht, dass ich in einer Wehenpause laut lachen musste. Es kam über mich, alles kam von selbst. Jolyn stand mir bei, unterstützte und bestätigte mich. Da platzte nun auch die Fruchtblase – grünes Fruchtwasser, oh Schreck. Aber Jolyn beruhigte mich: Die Herztöne seien super, und ein bisschen Stress mitten in der Geburt sei ganz normal. Ich presste also weiter. Irgendwann rief Jolyn: „Sie hat lange schwarze Haare“. Ein Moment großen Glücks. So weit schon? Lange schwarze Haare? „Sie hat lange schwarze Haare“, rief auch ich. Und ihren Namen, mehrmals. Ich rief mein Kind zu mir.
Inzwischen kam Lena als zweite Hebamme. Sie schlug mir vor, eine Position einzunehmen, in der ich mehr Kraft haben würde: Sie setze sich auf einen Stuhl, ich schlang meine Arme um ihren Hals während ich hockte. So konnte ich kräftiger pressen – pressen, weiter pressen. „Ich möchte in die Badewanne“, sagte ich plötzlich. Die Hebammen schauten zweifelnd: Das dauere ziemlich lange, bis die voll sei. Sie sagten, der Kopf sei auf dem Weg, ich könne ihn spüren. Ich griff zwischen die Beine, konnte nicht glauben, dass das mein Kind sei. So weit schon? So weich? Dass der Kopf schon unterwegs war, erschreckte mich. „Ich will langsam machen“, sagte ich, und dann presste ich doch fest weiter. Dann kam der Moment, als der Kopf schon fast draußen ist, und die Scheide stark gedehnt wird – der Moment, vor dem ich mich immer gefürchtet hatte. Es tat weh – „Ja, das ist die Dehnung“, sagte eine der Hebammen, und dann war es schon fast vorbei. Pressen, Brüllen – der Kopf war geboren. Der Körper folgte, schnell, ein Schrei, das Kind in meinen Armen. 20.24 h. Über diesen Moment hatte ich vorher oft nachgedacht. Es könnten sich alle Arten von Gefühlen einstellen – reine Erschöpfung, Angst, Fremdheit, Desinteresse, und alle diese Arten von Gefühlen haben ihre Berechtigung und sind legitim. Was ich erlebte war dann das, was ich mir gewünscht habe: Eine Welle großen, fassungslosen Glücks.
In den folgenden Stunden passierte vieles, in welcher Reihenfolge weiß ich nicht mehr. Meine Freundin, die bei der Geburt hätte dabei sein sollen, kam – mein Kind lag bereits auf meinem Bauch. Die Nachgeburt wurde geboren und untersucht. Ich nabelte uns ab. Zora wurde untersucht – alles dran, Jolyn zählte ihre Finger. Ich wurde ebenfalls untersucht und meine Geburtsverletzungen verarztet – Vaginalschürfung und Dammriss zweiten Grades, musste genäht werden, tat nicht weh. Als ganz unwirklich, fröhlich, entspannt habe ich diese Zeit in Erinnerung. Meine Tochter und ich, in vertrauter Umgebung, geborgen, gut versorgt.
Auch wenn ich es gerade versucht habe – die Geburt meiner Tochter Zora bleibt ein unbeschreibliches Erlebnis. Mir fällt nicht nur schwer, das Erlebte in Worte zu fassen. Ich kann mich auch nur noch schlaglichtartig an einige Momente erinnern, Erinnerungsfetzen. Vor allem die Erinnerung an die Schmerzen ist verblasst. Was ich aber sicher weiß: Die Entscheidung für eine Hausgeburt war für mich absolut richtig und stimmig. Ich konnte mein Kind auf meine eigene Weise, im eigenen Tempo, ganz selbstbestimmt gebären. Jolyn, Lena und meine Schwester haben mich unterstützt, gaben mir Sicherheit und Zuversicht, und ließen mir gleichzeitig den Raum, den ich brauchte. Ich danke ihnen von Herzen.
Yvonne schrieb am 1. September 2016:
Ich möchte von meiner Hausgeburt berichten, nachdem ich mein erstes Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht habe.
Ich hatte nach der ersten Geburt seelisch mit dem Kaiserschnitt sehr zu kämpfen und habe diesmal auf eine natürliche Geburt gehofft.
Am Anfang meiner Schwangerschaft war es jedoch wieder geplant auch unser zweites Kind in einer Klinik zu entbinden.
Ich habe einen Geburtsvorbereitungskurs bei Helen gemacht, der in mir den Wunsch nach einer selbst bestimmten Geburt geweckt hat.
Ich sprach mit Helen nach einer Kursstunde darüber uns sie schlug mir eine Hausgeburt vor.
Wir sprachen etwas und sie sagte ich soll es mir einfach überlegen und mich melden wenn ich noch fragen hätte.
Ich machte mir meine Gedanken und kam irgendwann zu dem Punkt dass die Geburt ein einzigartiges Ereignis ist und es nichts gäbe was gegen eine Hausgeburt sprechen würde.
(Wegen den dünnen Hauswänden bekamen unsere Nachbarn Nervennahrung und Ohrenstöpsel)
Ich wollte die selbst bestimmte Geburt an dem Ort wo ich mich am wohlsten fühle, zu Hause!
Ohne Klinikpersonal das ein und ausgeht, ohne ungefragte Untersuchungen und Medikamente die mir unwissend gegeben werden.
Mein Mann hatte große Bedenken wegen einer Hausgeburt, die ihm Helen aber alle in einem Gespräch genommen hat.
Wir haben außerdem den Geburtsbericht unsere Tochter mit zum Gespräch gebracht und haben einiges erfahren was bei der Geburt geschehen ist, uns aber in der Klinik nie kommuniziert worden ist.
Unser Entschluss stand fest.
Nach dem Kaiserschnitt der wahrscheinlich gar keiner hätte sein müssen wird unser zweites Kind zu Hause geboren.
Morgens um sechs Uhr wurde ich wach und dachte dass das Baby heute ganz schon nach unten drückt. Um Sieben Uhr fingen die ersten leichten Wehen an.
Ich stand auf, machte der großen Frühstück und wir spielten noch etwas.
Die Wehen wurden stärker so dass ich mittlerweile aufstehen musste um die Wehen zu veratmen.
Um kurz vor Neun Uhr weckte ich meinen Mann da ich nicht mehr alleine sein mochte und jemanden anrufen wollte der die kleine abholt.
Eine halbe Stunde später war unsere Kleine versorgt und die Wehen wurden plötzlich heftiger.
Die Hebamme wurde angerufen.
Ich war froh nicht noch durch die Gegend fahren zu müssen.
Ich ging noch schnell duschen was nur noch kniend möglich war.
Die Wehen waren mittlerweile ziemlich stark.
Um Zehn Uhr traf die Hebamme ein und bereitete im Wohnzimmer alles vor.
Ich kniete im Wohnzimmer vor der Couch weil es mir so am besten gelang die Wehen zu veratmen.
Ich fühlte mich wohl und konnte mich dem Geschehen einfach hingeben.
45 Minuten später war der Muttermund auf Neun Zentimeter.
Ich war überrascht dass es so schnell ging.
Die Fruchtblase platzte um 11 Uhr und die zweite Hebamme kam kurze Zeit später dazu.
Mal massierte mein Mann mein Kreuzbein, mal eine Hebamme was mir ungemein gut tat.
Ich fühlte mich sehr wohl und gut aufgehoben.
Ich begab mich in verschiedene Positionen die mir die Hebammen empfohlen um es meinem Baby zu erleichtern durch das Becken zu kommen.
Die Austreibungsphase war heftig und der kleine machte es uns nicht ganz leicht.
Der Kopf zog sich immer wieder zurück und auch wenn die Hebammen an eine zu kurze Nabelschnur dachten (was uns im Nachhinein gesagt wurde) waren sie die Ruhe in Person.
Zwischendurch ließ die Wehenstärke plötzlich nach, wo die Tipps der Hebammen aber sehr halfen damit sie wieder stärker wurden.
Ich war am Ende und konnte nicht mehr aber der Zuspruch half mir.
Dann wurde der Kopf mit dem rechten Arm zusammen geboren und drei Wehen später der restliche Körper. Unser Schatz war um 13.38 Uhr da.
Es war eine unglaublich schöne Geburt.
Danke Helen!
Wir kuschelten auf dem Sofa und lernten uns kennen.
Es war eine traumhafte Hausgeburt zu der wir trotz Kaiserschnitt von euch immer bestärkt wurden.
Diese Geburt war so anders als in der Klinik.
Mit uns wurde immer gesprochen und mitgeteilt was gerade der Stand ist.
Die Nachbarn haben gar nichts mit bekommen ;D
Nicht nur ich, sondern auch mein Mann der Anfangs so bedenken hatte, ist überglücklich das wir uns für eine Hausgeburt entschieden haben. Für uns war es der perfekte weg unseren Sohn auf die Welt zu bringen.
Mir hat die gewohnte Umgebung mit den mir vertrauten Gesichtern sehr geholfen mein Kind so "entspannend" zur Welt zu bringen.
Vielen Dank für die tolle Betreuung.
Geraldine schrieb am 25. August 2016:
Samstag 04.06.2016
Morgens sind wir mit unserer großen Tochter (6 Jahre) in den Tierpark gefahren, weil ich das voraussichtlich letzte Wochenende zu Dritt möglichst schön machen wollte.

Ca. 16 Uhr: Nachmittags auf unserer Terrasse merkte ich etwa alle 8-15 Minuten immer wieder leichte Wehen (die durchschnittlich auch 1 Minute anhielten). Bei diesen leichten Wehen musste ich für mich auch bereits bewusst atmen, aber hatte noch keine Schmerzen. Sowohl mein Mann als auch unsere Große haben es auch noch nicht mitbekommen. Ich vermutete erst wieder Übungswehen, wie in den letzten Tagen davor immer mal wieder. Aber die jetzt waren regelmäßiger und vergingen nicht nach einer gewissen Zeit.

Ca. 19 Uhr: Wir haben Abendessen gemacht und danach das übliche Abendprogramm mit unserer Tochter, die glücklicherweise schnell eingeschlafen ist. Die Wehen kamen jetzt so alle 6-7 Minuten, aber immer noch leicht und gut erträglich. Aber langsam hatte ich das Gefühl, dass es bald losgehen könnte.

Ca. 20 Uhr: Ich habe an meinen Mann appelliert duschen zu gehen und ihn gebeten die restlichen Sachen vom Tag im Wohnzimmer noch wegzuräumen. Ich wollte es jetzt wenigstens ordentlich haben falls es los geht 😉 Langsam bekam er auch mit, dass ich zwischendurch leichte Wehen hatte.

20:45 Uhr: Mein Mann war duschen und wir haben noch schnell unsere Steuerunterlagen fertig eingetütet und sind kurz aufs Sofa. Aber ich habe schnell darauf beharrt, dass wir besser ins Bett gehen sollten. Mein Mann war als "Spätschläfer" davon nicht begeistert, ist aber nach langem nörgeln zum Glück gegen 22 Uhr eingeschlafen. Ich dachte es wäre wohl besser, falls die Geburt so lange wie die erste dauern würde.

Ca. 22 Uhr: Mein Mann ist also eingeschlafen und ich bin direkt aufgestanden, da die Wehen im Liegen doch nicht mehr so gut zu veratmen waren. Ich genoss die Zeit für mich alleine und habe einen guten Weg gefunden im Stehen die Wehen zu veratmen und mich auf die Geburt einzustellen. Also war ich alleine unten, habe eine Kanne Tee gekocht und den Fernseher angemacht um irgendetwas im Hintergrund zu hören. In den Wehenpausen hatte ich den Drang mich hin- und her zubewegen.

Ca. 22:45: Auf Toilette habe ich dann den Schleimpfropf verloren und das war das für mich eindeutige Zeichen - es geht tatsächlich los und die Geburt kommt in Gang. (Auch bei meiner Großen ist der Schleimpfropf unter den anfänglichen Wehen abgegangen und danach steigerten sich die Wehen deutlich) So auch diesmal. Die Wehen kamen immer noch in einem Abstand von etwa 6 Minuten aber schon deutlich kräftiger.

Ca. 24 Uhr: Ich habe mir Badewasser eingelassen und meinen Mann geweckt - dann bin ich kurz in die Badewanne. Dort konnte ich leider nur zwei Wehen ausgehalten (ich finde die Vorstellung eigentlich wunderschön – aber für mich scheint die Badewanne einfach nicht das richtige Mittel bei Wehen zu sein). Schnell habe ich gemerkt, dass ich eine aufrechtere Position brauche. Also raus, Nachthemd an und wieder ab nach unten ins Wohnzimmer.
Meine bessere Hälfte merkte dann auch, dass es wirklich los geht und es keine "Übungswehen" mehr sind. Die Wehen kamen jetzt in Abständen von ca. 5 Minuten und steigerten sich deutlich in der Intensivität – eine Wehe dauerte 1-1 ½ Minuten. Im Wohnzimmer war ich froh die Wehen in verschiedenen Positionen veratmen zu können und mein Mann hat alles drum herum vorbereitet (Sofa ausgeklappt, Tragetuch aufgegangen, "Geburtskiste" bereitgestellt etc.)

Ca. 1 Uhr: Jetzt wurden die Wehen immer stärker und mein Mann sollte doch mal die Hebamme anrufen. Unsere Hebamme (Lena) war als Zweithebamme jedoch noch bei einer anderen Geburt und fragte nach den Wehenabständen und ob es ausreichend ist wenn sie in ca. 30 Minuten los fahren würde oder eine andere Hebamme schicken soll. In dem Augenblick dachte ich, dass es ja wahrscheinlich eh noch länger dauern wird und momentan noch gut auszuhalten ist. Also klar - halbe Stunde und die Anfahrt von Lena schaffen wir bestimmt locker noch.

Ca. 1:20 Uhr: Die Wehenabstände wurden sehr schnell immer kürzer (etwa 3 Minuten) und die Intensität deutlich stärker. Das war der Punkt ab dem ich bereits laut veratmet musste (oder da auch vielleicht schon etwas geschrien?!?)
Unsere Große wurde wach und rief nach meinem Mann. Sie war am Anfang etwas perplex. Aber dadurch, dass sie vorher bei den Vorsorgen so toll mit einbezogen wurde und wir mit ihr viel über das Thema "Geburt" gesprochen habe, konnte sie schnell verstehen was gerade passiert. Wir haben ihr nochmal erklärt, dass das Baby kommt und sie keine Angst haben muss und die Schmerzen gerade dazugehören.
Mein Mann sollte meine Mama angerufen, dass sie zur Unterstützung für die Große kommen soll. Während der ersten Wehen ist unsere Tochter noch aus dem Wohnzimmer in den Flur gegangen wenn ich die Wehen veratmet bzw. lauter wurde (Zitat: „Es ist vielleicht besser wenn ich hier warte“).
In den Wehenpausen war ich aber direkt auf sie fixiert und wir haben sie gebeten mir die Hand zu halten wenn sie möchte, und sie mich daran erinnern kann, dass ich ruhig atmen muss wenn eine Wehe da ist. Das hat sie dann auch ganz toll und super tapfer gemacht. Es half ihr auch eine "Aufgabe" zu haben. Meine Tochter saß auf dem Sofa und ich kniete im Vierfüßler Stand davor. Sie war in dieser Phase eine unglaubliche Hilfe und ich kam in den Wehenpausen direkt von 100 auf 0 runter und habe enorme Kraft in den Pausen sammeln können als ich mit ihr darüber sprach - eine tolle Geburtsbegleitung 🙂

Ca 1:30 Uhr: Dann platze die Fruchtblase und ich verspürte direkt einen enormer Druck nach unten. Ich wollte das Lena endlich da ist – die Schmerzen kamen an den Punkt, an dem man glaubt es nicht mehr aushalten zu können. Ich fragte immer wieder wie lange es noch dauert. Mein Mann hat da zum Glück immer etwas "gelogen" was die übrige Zeit betraf, sonst wäre ich wahrscheinlich etwas unruhig geworden.
Ich traute mich jedoch nicht mehr mich zu bewegen - hockte vor dem Sofa im Vierfüßler und größtenteils auf meinen Fersen. Ich hatte das Gefühl wenn ich mich bewege kommt der kleine Mann auch ohne Hebamme. Und meine Mama war auch noch nicht da. Mein Mann sollte nochmals Lena anrufen - dringend. Auch unsere Tochter bestand mittlerweile darauf 😉
Lena war schon quasi auf dem Weg zum Auto - Erleichterung!
Aber die folgenden 15 Minuten kamen mir noch ewig vor, da diese Minuten so viele schmerzhafte Wehen beinhalteten und der Druck immer größer wurde. Ich konnte dem Druck kaum noch wiederstehen aber zwang mich innerlich und hockte weiter auf meinen Fersen.

1:45 Uhr - Es klingelte und wir alle waren überaus erleichtert.
Lena und meine Mama kamen genau gleichzeitig bei uns an. Ich sagte Mama sie soll mit der Großen hoch ins Schlafzimmer gehen. Jetzt kann sie auch zuhause bleiben und ihren Bruder direkt begrüßen - aber in dem Moment wollte ich sie doch irgendwie nicht direkt dabei haben. (Wir hatten uns das im Vorhinein offen gelassen – im Nachhinein finden ich und auch Livia es schade, dass sie nicht dabei war)
Die Wehen waren enorm stark. Lena räumte ihre Sachen aus, fragte uns bzw. eher meinen Mann ein wenig was und half mir die richtige Atmung einzuhalten. Ich sollte versuchen die Position einmal vom Vierfüßler in den Hirtenstand zu ändern. Das kostete Überwindung. Eine wehe - dann hörte Lena nach den Herztönen und die waren super von dem kleinen Mann.
Das beruhigte mich sehr - also alles in Ordnung und ich konnte mich weiter auf die Geburt konzentrieren. Ich bat Lena nach dem Muttermund zu tasten - ich wollte einfach wissen wo ich stehe und wie viel ich wohl noch vor mir habe.
Die nächste Wehe, Wehenpause - Lena tastet - Muttermund ist vollständig geöffnet! Man war ich beruhigt! Ich habe die komplette Eröffnungsphase bereits geschafft! (Im Nachhinein weiß ich, dass zu dem Zeitpunkt der Kopf schon in Becken Mitte befand).
Lena rief die Zweithebamme an. Sie bereitete mit meinem Mann alles rund um mich herum vor. Legten Unterlagen unter mich und ich durfte dem Druck bereits nachgeben und mitschieben. Meine Gedanken dann aber auf einmal - was jetzt schon!?! Erleichterung aber auch etwas überrumpelt, dass es schon so weit ist... Es war schmerzhaft, ich merkte wie sich das Köpfchen vorschob. Das Pressen befreite aber die Schmerzen waren enorm.

2:20 Uhr - die zweite Hebamme kommt zur Geburt. Sie setze sich kurz neben das Sofa und begrüßt mich in einer Wehenpause. Ich kannte sie zum Glück auch bereits durch die Geburtsvorbereitende Akupunktur.
Die Presswehen waren da - und mit ihnen ein noch anderer Druck und Schmerz. In dem Moment fragte ich mich nur "Wie soll ich das schaffen und überstehen?" Ich konnte das Köpfchen fühlen wie es heraus möchte. Ich fragte Lena wie viele Wehen ich wohl noch brauche. Sie sagte wenn sie jetzt 10 Wehen sagt und ich dann mehr brauche wäre es auch nicht gut. Ich weiß ja auch eigentlich, dass man es einfach nicht vorhersagen kann. Aber meine Gedanken in dem Moment „Was? 10 x noch???“ Zum Glück kam direkt eine neue Wehe, sodass ich nicht weiter darüber nachdenken konnte.
Das Gefühl dass der Kopf schon fast heraus ist aber wieder hoch rutscht ist frustrierend. Ich hatte das Gefühl ich zerreiße und schrie, dass Lena „ihn“ einfach herausziehen soll 😉
Ich dachte tatsächlich zwischenzeitlich, dass ich es nicht schaffen kann - dass das doch einfach nicht gehen kann.
Und dann aber war der Kopf da und man hörte unseren Sohn schon röcheln – ein unglaubliches Gefühl - Lena sagte er atmet bereits. Wow! Ich tastete kurz. Fragte meinen Mann ob er ihn schon gesehen hat. (Das war natürlich eine doofe Frage, ich hockte vor dem Sofa zwischen seinen Beinen, er saß darauf und gab mir halt und es war ja bisher nur der Kopf geboren)
Dann die nächste Wehe, noch einmal ein großer Schmerz und dann aber die direkte Erleichterung und ein wahnsinniges Glücksgefühl. Am 05.06. um 2:29 Uhr wurde Felix mit stolzen 4.000 Gramm geboren. Er lag vor meinen Beinen nachdem ich mich zurücksetze. Ich nahm ihn direkt hoch. Oh mein Gott - was ein unglaubliches, unbeschreibliches Gefühl. Unser Sohn wurde geboren und ich hielt ihn in meinen Armen. Mein Blick zu meinem Mann - voller Dankbarkeit (was er hoffentlich weiß), Stolz und Erleichterung. Mein Mann hatte Tränen in den Augen. Was ein magischer Moment!
Wir haben es geschafft. Zuhause in unserem Wohnzimmer. Es war schmerzhaft - keine Frage - aber so wundervoll! 5 Minuten des Kennenlernens - voller Emotionen, Stolz, Freude, Glück, Erleichterung, Liebe.....

Wir lagerten mich mit Felix auf dem Arm (noch an der Nabelschnur) aufs Sofa. Mein Mann, Felix und ich lagen auf dem Sofa. Ich wollte direkt, dass unsere Tochter diesen Moment miterleben kann. Auch sie kam dazu. Es war wundervoll. Wir haben die ersten Minuten zu viert genossen und den kleinen neuen Erdenbürger bestaunt und gekuschelt.

Danke an Jolyn & Lena für die vertrauensvollen Vorsorgen in der Schwangerschaft und das weiter aufgebaute Vertrauen in eine selbstbestimmte Geburt!

Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Lena, die eine unglaubliche Ruhe während der Geburt ausstrahlte und ich mich in absoluter Sicherheit fühlen konnte. Danke für die wundervolle Hausgeburt!
Sollte sich doch nochmal ein Geschwisterchen ankünden, werden wir uns auf jeden Fall wieder bei euch melden! 🙂

Liebe Grüße
Nils, Geraldine, Livia und Felix
Raphaela schrieb am 5. August 2016:
Juni 2016
Geburtsbericht eines Sommerkindes
"In Hypnobirthing you learn to trust your body and your instincts !"

Mir war schon zu Beginn der Schwangerschaft klar, dass mich anwesende Personen bei der Geburt stören würden. Deshalb setzte ich mich mit dem Thema Alleingeburt und Hypnobirthing auseinander. Meine Hebammen bemerkten meinen Wunsch, wir sprachen jedoch nie offen darüber. Es war ihnen aber klar , dass mein Anruf wohl spät kommen würde. Ich fühlte mich die ganze Schwangerschaft über wohl und freute mich darauf eines schönen Sommertages mein Kind zu Hause zu gebären.
Am Samstag, 18.6.16 , war es dann soweit; unser Baby machte sich morgens um halb 5 auf den Weg. Ich wachte mit Wehen in 2 Minuten Abständen auf. Draußen nieselte es und der Himmel war Wolken verhangen.
Ich hatte bis dahin weder gezeichnet noch einen sichtbaren Schleimpropf verloren.
Ich war froh dass es endlich los ging und veratmete etwa 1,5 Std. alleine die Wehen. Dann weckte ich meine Frau, da ich Hilfe beim Pool brauchte. Meine Frau ließ Wasser ein, verteilte Kerzen und holte Blumen aus dem Garten. Ich konnte mich da schon nur noch auf die Wehen konzentrieren. Um kurz vor sieben ging ich in den Pool. Die Wehen waren stark, aber durch die Hypnosetechniken gut aushaltbar. Ich hatte allerdings unglaublich damit zu kämpfen dass es Tag war. Ich hatte auf eine kürzere Geburt gehofft oder wenn länger dann eher Nachts und im Schutz der Dunkelheit. Das Tageslicht störte mich extrem obwohl es schon sehr gedämpft war.

Gegen neun Uhr wachte unser zweijähriger Sohn auf und ich ging in die Übergangsphase. Er kam kurz zum Pool, stillte dort mit meiner Frau und schaute fasziniert zu wie ich im Wasser planschte. Ab da begann der schwierigste Teil der Geburt für mich. Die Wehen waren heftig, nicht wirklich schmerzhaft aber unglaublich intensiv und ich brüllte mir die Seele aus dem Leib, es war wie wenn man sich übergeben muss. Ich musste einfach brüllen, kein Atmen, Konzentrieren oder sonst etwas half. Es war eine wahnsinnige Macht. Mein Sohn erschrak und meine Frau rief Freunde an, um ihn betreuen zu lassen. Eigentlich hätte er dabei sein sollen, aber in dem Moment war klar Plan B muss her. Gleichzeitig bemerkte ich dass die Wehenabstände immer länger wurden und ich bekam ein ungutes Gefühl, da ich durch meine Vorbereitung wusste dass etwas nicht stimmte. Ich hatte mir immer wieder gesagt, dass ich auf meine Gefühle/ Instinkte vertrauen muss und bat meine Frau nun doch die Hebammen anzurufen. Die hörten mich kurz durchs Telefon und setzten sich sofort ins Auto.

Um zehn Uhr platzte die Fruchtblase und um fünf nach zehn war die Hebamme Helen da. Ich war vollständig eröffnet, das Köpfchen ganz nah tastbar und es passierte - nichts. Ich probierte jegliche Stellung aus um mein Baby runter
rutschen zu lassen. Nichts. Das Brüllen-Müssen ( und ich meine hier wirklich brüllen, nicht schreien) brachte mich fast um den Verstand. Gegen ein Uhr begann dann endlich die Pressphase und das Brüllen hatte endlich ein Ende. So eine Erleichterung. Ich fühlte mich unglaublich befreit auch wenn es immer noch nicht weiter ging und die Wehenabstände lang waren. Um die Wehen zu unterstützen bekam ich alle paar Minuten Bryophyllumpulver.

Ich war so müde, wollte schlafen und reagierte auf Berührung und Ansprache sehr wütend und bestimmt. Trotzig wiederholte ich mehrmals, dass es mir jetzt reichte und ich keine Lust mehr hätte. Meine Hebammen respektierten mein Bedürfnis allein zu sein und gingen mehrfach raus, weil ihnen klar war dass sie mich extrem störten. Nur meine Frau durfte die ganze Zeit bei mir bleiben und sie half mir sehr, auch wenn sie mich teilweise auch nicht berühren durfte und sich einiges anhören musste. Um kurz nach zwei Uhr bat mich meine Hebamme zur Toilette zu gehen. Ich brüllte sie an, dass ich die ganze Zeit pinkeln würde. Sie überredete mich dennoch und ich kletterte aus dem Pool. Die Presswehen übermannten mich immer wieder und ich ging in die Hocke. Nach der Toilette schlugen die Hebammen das Bett vor. Ich war so froh mich endlich hinlegen zu können. Im selben Moment in dem ich mich auf die Seite legte, ging es endlich voran, Fruchtwasser fing an zu laufen und das Baby rutschte endlich durchs Becken. Der Kopf rutschte jedoch immer wieder zurück und ich musste mit ungeheurer Kraft weit über die Presswehen, die ich als sehr seicht und sanft empfand, hinaus mit schieben. Ich war so dankbar über den Rausfallschutz am Familienbett, an dem ich mich bei jeder Wehe festhalten konnte. Zwischendurch wechselte ich nochmal auf die andere Seite. Um kurz vor drei wurde der Kopf endlich geboren, erst nur ein Stück und meine Frau streichelte schon seine dunklen Haare. Danach die Schultern und nun war klar was das Problem war. Die Nabelschnur war dreimal straff um Hals und Körper gewickelt, die Hebammen mussten sofort abnabeln damit er geboren werden konnte, es war nicht möglich ihn auszuwickeln. Nachdem er abgenabelt war musste ich noch eine Wehe abwarten und dann um 14.55 , als zum ersten Mal an diesem Tag die Sonne durch die Wolken schaute, war unser zweiter Sohn endlich geboren. Er wurde schnell rosig und es ging ihm gut.
Wir konnten sofort kuscheln und auch unser Großer kam nun dazu. Er war die Geburt über in der unteren Etage des Hauses von unseren Freunden betreut und mit Waffeln, spielen und Spaziergängen versorgt worden.
Gemeinsam stillten die Brüder nun zum ersten Mal im großen Familienbett und meine Frau und ich genossen unser neues großes Glück, als Mütter von zwei wunderbaren Söhnen.
Die erste Zeit verbrachten wir ungestört, dann bekamen wir Kaffee gekocht und Brote geschmiert und im Beisein aller Anwesenden wurde die U1 gemacht.
Unser Sohn wog stolze 4035 Gramm und war 52 cm groß !

Ich war unendlich froh auf mein Gefühl vertraut zu haben und auch zu Hause gewesen zu sein. Die Nabelschnurumschlingung war auf dem Ultrachall kurz vorher nicht darstellbar und hätte im Krankenhaus vermutlich zu einer komplikationsreichen Geburt geführt. So hat mein Körper dafür sorgen können, dass die Herztöne weitgehend stabil blieben und mein Sohn in seinem Tempo geboren werden konnte. Dass es in den letzten Minuten aber wirklich kritisch wurde, haben wir erst ein paar Tage später erfahren. Während der Geburt ließen sich Helen und Lena nichts anmerken und blieben ruhig und umsichtig. Sie haben mich immer wieder angespornt und mir Vertrauen und Kraft geschenkt.

Die ersten Tage habe ich sehr gehadert mit der Geburt, ich fand die Austreibungsphase schrecklich und wahnsinnig extrem, weil ich dieses Brüllen nicht kontrollieren konnte. Es hat einige Gespräche und Tränen mit Helen gebraucht um es annehmen zu können. Gleichzeitig bin ich unendlich dankbar unseren Sohn vollkommen selbstbestimmt geboren zu haben. Mit meiner Frau und meiner Hebamme, die mir den nötigen Raum und das Vertrauen gegeben haben.